Warum die Seehundsbank auf Borkum immer größer geworden ist – eine Insel in Bewegung
Wer schon wie wir und viele unserer Gäste in der Wohnung seit Jahren nach Borkum kommt, merkt irgendwann unweigerlich: Manche Dinge auf der Insel verändern sich. Irgendwie ganz langsam — aber dann nach einiger Zeit umso deutlicher. Auch wenn man sie zuerst gar nicht so merkt. Das war auch bei uns so mit der Seehundsbank. Offiziell: „Hohes Riff“ Wenn man heute ein paar Minuten von unserer Wohnung Richtung Strand läuft, sieht man direkt, wie nah sie inzwischen herangerückt ist. Und oft entdeckt man auch die Kegelrobben und die Seehunde selbst. Auch sie sind sozusagen „näher“ gerückt.
Vielleicht ging es euch ähnlich: Irgendwann bei einem der Aufenthalte in den letzten Jahren – vermutlich nachdem wir wegen Corona eine Zeitlang nicht auf der Insel waren – überraschte uns sehr, wie schnell sich das Hohe Riff in den letzten Jahren entwickelt hat. Was in unseren ersten Borkumjahren eher wie eine entfernte Sandbank wirkte, ist heute viel präsenter. Die Form, die Größe, die Nähe zur Insel — all das hat sich sichtbar verändert. Aber warum eigentlich? Wir wurden das in den letzten Jahren öfter von Gästen gefragt und haben darum einmal ein wenig nachrecherchiert.
Sand ist Bewegung
Der wichtigste Grund dafür ist die ganz normale, aber gewaltige Dynamik des Wattenmeers. Hier bleibt nichts einfach so, wie es ist. Strömungen, Gezeiten und Wind transportieren ständig große Mengen Sand und lagern ihn an anderen Stellen wieder ab. Über Jahre hinweg kann daraus eine Veränderung entstehen, die man irgendwann selbst mit bloßem Auge dann erkennt. Ist man die ganze Zeit auf der Insel, merkt man das nicht so stark, weil es kontinuierlich passiert. Aber weil die Dynamik in diesem Bereich offenbar zugenommen hat über die letzten Jahre, stellt man mittlerweile bereits von einem Urlaub auf der Insel zum nächsten diese Veränderung fest. War man gar ein paar Jahre nicht mehr da, ist die Veränderung enorm.
Hier haben wir mal ein „historisches Bild“ für Euch. Wir reisen fast 30 Jahre zurück. 1999 bei einem Strandspaziergang mit unserem Hund, den wir damals noch hatten entstand dieser Schnappschuss. Und guckt mal wo ihr da die Sandbank seht… Eben!

Die Dynamik des Wattenmeers – genau das seht ihr bei der Seehundsbank Hohes Riff. Durch die natürliche Sandzufuhr ist sie immer weiter gewachsen und hat sich Stück für Stück in Richtung Borkum verschoben – also in Richtung Nordstrand und zentraler Badestrand. Rund um das Hohe Riff lässt sich beobachten, wie aus früher offenen Bereichen allmählich größere, zusammenhängende Sandflächen geworden sind.
Warum das gerade dort passiert und was Ems-Vertiefungen damit zu tun haben
Im Grunde ist das alles ein natürlicher Prozess, auf Basis der aktuellen „Strömungen“. Dazu kommt, dass sich auch die größeren Wasserläufe und Strömungsrinnen rund um Borkum immer wieder ganz natürlich verschieben – vor allem im Bereich der Osterems, einem der Mündungsarme der Ems. Dadurch verändert sich mit der Zeit auch, wo Sand bleibt und wo neue Sandflächen wachsen.
Ein Gast, der auch ehrenamtlich bei der Wasserrettung in Borkum ist, erzählte uns, dass auch bestimmte Ausbaggerungen im Emsgebiet damit zu tun haben. Ein Thema war die Meyer Werft. Unsere Recherche bei Experten, ergab dazu aber folgendes: Neben den natürlichen Prozessen im Wattenmeer spielen natürlich auch menschliche Eingriffe im Emsgebiet – etwa die Vertiefung der Fahrrinne für größere Schiffe – eine Rolle für Strömungs- und Sedimentverhältnisse. Wie stark sich das im Detail auf die Seehundsbank vor Borkum auswirkt, ist wissenschaftlich komplex und nicht in jedem Punkt eindeutig.
Einfach gesagt: Das eine ist nicht die einfache, direkte Folge des anderen.. Aber weil wir die Geschichte öfter gehört haben, im Lauf der letzten Jahre, wenn Menschen an der Promenade standen und sich über die Entwicklung unterhielten, die man von dort gut sehen kann, dachten wir, es ist sinnvoll das auch mal hier in den Text mit aufzunehmen.
Unser nächstes Bild, aufgenommen wie unschwer zu erkennen beim Kinderspielplatz und im Herbst 2005, zeigt euch die das damals aussah. Geht doch jetzt mal hin, wenn Ihr gerade da seid und vergleicht die Veränderung.

Klar ist sowieso, was man als regelmäßiger Borkum-Urlauber immer schon sehen konnte: Im Wattenmeer verschieben sich Priele, Rinnen und Strömungsverhältnisse andauernd. Wenn sich solche Verläufe verändern, wirkt sich das direkt darauf aus, wo Sand bleibt, wo er abgetragen wird und wo sich neue Höhen bilden.
Dadurch haben sich also Sandbänke wie das Hohe Riff oder auch benachbarte Bereiche dauerhaft erhöht. Manche Flächen werden bei Hochwasser inzwischen deutlich weniger überspült als früher. Aus einer beweglichen Sandbank wird dann nach und nach ein stabilerer, größer wirkender Bereich.
Das klingt erst einmal nach einem sehr langsamen Prozess — ist es im Grunde auch. Geologen haben Instrumente, um das frühzeitig zu erkennen. Aber wenn man wie wir über viele Jahre einfach nur hinschaut, merkt man: Die Veränderung ist langsam – aber erstaunlich groß.
Natur darf hier noch Natur sein
Ein weiterer Punkt ist, dass diese Gebiete zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehören. Dort wird nicht einfach eingegriffen, um solche Entwicklungen aufzuhalten oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die Sandbank kann sich also weitgehend ungehindert verändern, wachsen und verlagern. Aus unserer Sicht ist genau das einer der Gründe, warum Borkum an vielen Stellen noch dieses besondere Gefühl von echter Küstenlandschaft hat. Die Insel zeigt eben nicht nur einfach die schönen Seiten dieser Landschaft, sondern auch, wie lebendig und unvorhersagbar Naturräume sein können.
Nicht nur ein Vorteil für die Seehunde
Spannend ist dabei, dass die natürliche Vergrößerung der Seehundsbank nicht automatisch nur gut für die Tiere ist. Man würde vielleicht denken: mehr Sandbank, mehr Platz, also besser. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Zum einen ist das Risiko, das Touristen mal eben rüberwandern – obwohl ersichtlich ist, dass man das nicht darf, um die Tiere nicht zu stören – durch die „Nähe“ größer geworden. Wir bitten Euch als Gäste also ausdrücklich diese Sperrzonen zu berücksichtigen, wenn ihr auf Strandspaziergängen unterwegs seid. Die Insel bietet wirklich genug „Auslauf“ – die Rückzugsflächen der Tiere muss man dafür nicht nutzen.
Aber es gibt noch einen anderen Grund, warum die Entwicklung am Hohen Riff nicht nur gut ist. Zum Beispiel für die Seehunde. Sie mögen gern Bereiche mit etwas steiler abfallenden Kanten, weil sie dort schnell wieder ins Wasser kommen. Wenn eine Sandbank immer flacher wird und stärker versandet, gehen solche Übergänge verloren. Für die Tiere kann das zum Nachteil werden, auch wenn die Fläche insgesamt größer wird.
Gerade solche kleinen Geschichten finden wir interessant. In der Natur ist eben nicht jede sichtbare Veränderung sofort eindeutig gut oder schlecht. Oft bringt sie beides mit sich.
Ein Blick über mehrere Jahrzehnte
Besonders eindrucksvoll sichtbar wird diese Veränderung, wenn man ältere Luftbilder oder Karten danebenlegt. In unserem Beitrag verlinken wir deshalb auch eine Animation, die über Google die Entwicklung seit Mitte der 1980er Jahre zeigt — also ungefähr aus der Zeit, als Christian zum ersten Mal auf die Insel kam.
Solche Animationen finden wir toll, weil sie etwas sichtbar und „erlebbar“ machen, das man sonst nicht so gut einschätzen kann. Vor Ort wirkt vieles eher statisch. Erst über viele Jahre erkennt man, wie stark sich eine Landschaft tatsächlich verschiebt.
Was das für Gäste auf Borkum bedeutet
Für Gäste ist diese Entwicklung vor allem deshalb spannend, weil man hier direkt beobachten kann, dass sich die Insel verändert. Nicht nur in Büchern oder auf alten Karten, sondern beim Spazierengehen, beim Blick Richtung Wasser oder morgens am Strand.


Wer länger nicht auf Borkum war, staunt oft, wie anders manche Bereiche inzwischen aussehen. Und wer regelmäßig kommt, entwickelt fast automatisch ein Gespür dafür, dass das Wattenmeer keine feste Kulisse ist, sondern eine Landschaft in Bewegung.
Von unserer Wohnung aus ist das besonders schön zu erleben, weil man jeden Morgen auch nur mal schnell und kurz – selbst bei nicht so schönem Wetter – an den Strand gehen kann. In wenigen Minuten ist man da und hat den Blick auf die Seehundsbank Hohes Riff. Und glaubt uns: Das sieht jedes Mal anders aus. Und dann kann man ganz schnell zurückgehen und sich gemütlich mit einem Kaffee oder Tee zurückziehen, wenn gerade kein „Spazier“-Wetter ist. Viele Stammgäste aus der Wohnung erzählen uns, wie wichtig das für ihren Urlaub auf Borkum ist. Nicht dieser oder jener große Programmpunkt, sondern solche stetigen Beobachtungen unterwegs. Dinge, die man am nächsten Tag oder beim nächsten Besuch schon wieder mit anderen Augen sieht.

Unser Eindruck
Für uns ist die größer gewordene Seehundsbank ein gutes Beispiel dafür, wie Borkum sich verändert, ohne seinen Charakter zu verlieren. Manches sieht anders aus als früher, manches vielleicht sogar ungewohnt. Aber genau darin steckt auch etwas Echtes. Die Insel bleibt in Bewegung.
Und vielleicht ist das auch einer der schönsten Gedanken, den man von hier mitnehmen kann: Dass das Meer nicht nur an den Strand kommt und wieder geht, sondern die Landschaft selbst formt — Jahr für Jahr, ganz ruhig und doch mit erstaunlicher Kraft. Und ein Stück dieser Kraft und Energie, finden wir, nimmt auch bei jedem Urlaub auf Borkum für sich mit.
Wenn ihr Euch für einen Aufenthalt in unserer Wohnung interessiert, um all das selbst zu erleben. Hier der aktuelle Belegungskalender.
Kalender Ferienwohnung Nr. 3 (Frei/Belegt)
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
1 | 2 | 3 | ||||
4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |

